YPSI – Wolfgang Unsoeld

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Ask the Coach #2 – Intervalltraining auf nüchternen Magen?

„Ask the Coach“ ist eine neue Kolumne in der Wolfgang Unsöld Eure Fragen beantwortet.

Frage: „Du empfiehlst Intervall Training wie in Deinem Buch „Dein bestes Training“ steht, kann man das morgens auf nüchternen Magen auch machen? Wäre das nicht von Vorteil?“ Thomas Kohlmann

WU: Intervalltraining auf nüchternen Magen ist eine gute Methode um Fortschritte zu verschenken. Somit lautet meine Antwort klar nein. Morgens nach dem Aufwachen ist der Tiefpunkt unseres Blutzuckerspiegels erreicht. Die primäre Energiequelle beim Intervalltraining sind Kohlenhydrate, bzw. das Muskelglykogen. Beim Intervalltraining sinkt Dein Blutzuckerspiegel somit weiter ab. So kommt es beim Training auf nüchternen Magen zu einer milden bis starken Hypoglykämie oder Unterzuckerung, teilweise sogar dem sogenannten Hungerast. Diese Blutzuckerschwankung am Morgen ist schwer wieder in den Griff zu bekommen. Sie zieht sich durch den Tag. Die Folge sind Schwankungen der körperlichen und kognitiven Leistungsfähigkeit. Und ein Anstieg des Körperfetts im Hüft- und Bauchbereich.

Mein Rat ist es, Deinen Blutzuckerspiegel durch die Aufnahme von Protein und gesunden Fetten zum Frühstück zu stabilisieren, wie ich es auch im Buch empfehle. Wenn jemand morgens Intervalltraining machen muss, da es zeitlich nicht anderes möglich ist, ist das Minimal-Frühstück eine Hand voll Nüsse oder Kerne.

Viel Erfolg!

Du hast eine Frage für die „Ask the Coach“ Kolumne, dann schick Sie via Email mit dem Betreff „Ask the Coach“ an training(at)keinfitnessstudio.de und mit etwas Glück wird Deine Frage für einen der kommenden Posts ausgewählt.

Bild: YPSI-Athlet und 100m/200m Sprinter Sven Knipphals absolviert sein Sprinttraining aus gutem Grund nicht auf nüchternen Magen. (Foto:Deutsche BKK)

15 comments

  1. Alex Kober - 10. September 2016 13:31

    In deinem Buch „Dein bestes Training“ empfiehlst du die Kniebeuge u.a. zur Steigerung der Sprung- und Sprintschnelligkeit, da hier die „posterior chain“ optimal trainiert wird.
    Aber Tiefenkniebeugen (High-bar) stärken doch primär den Quadriceps (& Gluteus); und somit nicht Beinbeuger ?
    Alex Kober

    • Wolfgang Unsöld - 10. September 2016 13:40

      Hallo Alex,

      das ist richtig. Prozentual ist der Unterschied gross. Absolut ist er geringer. Bei einer Highball Kniebeuge trainierst Du die hintere und vordere Kette. Schon mal einen Gewichtheber ohne Hamstrings, Gesäß und unteren Rücken gesehen. Und man trainiert bei einer vollen Kniebeuge (highbar) die hintere Kette über einen größeren Bewegungsbereich und bringt die hintere Kette mit der vorderer Kette in Balance, dies senkt Verletzungsrisiko und steigert Progressionspotential sowie Vertical Jump. Bestes Beispiel aus der realen Welt, Gewichtheber haben von allen Sportarten mit den besten und höchsten Vertical Jump.

      • Alex Kober - 12. September 2016 10:26

        Hallo Wolfang,
        vielen, vielen Dank für die gute und treffende Antwort !
        Somit schließe ich, dass die (Highbar) Tiefenkniebeuge die beste Übung ist, um Sprungkraft und Sprintschnelligkeit zu verbessern, da sie alle relevanten Muskeln trainiert !
        Nur noch eine Frage, in deinem Buch trainieren Kniebeugen 0-30 m und in dem Artikel dass Fussball 40 Jahre zurückliegt sind es 0-5 m ?

        • Rob - 28. September 2016 16:06

          Imho: Studien zufolge ist der trainingseffekt von „Jump Squats“ auf die Sprintleistung am höchsten.

          • Wolfgang Unsöld - 4. Oktober 2016 10:16

            Vielen Dank für Deine Fragen. Wir nehmen sie in den Fragenkatalog für die Kolumne auf und beantworten sie ggf. direkt online oder im kommenden “Ask the Coach” Buch

            YPSI Team

  2. Gordon Becker - 15. September 2016 19:43

    Würd mich jzt auch interessieren..hab ich auch gelesen ?!
    Weil Wolfgang hat Ahnung, aber dieser Punkt ist auch bei mir unklar..
    Auch weshalb Kniebeugen tendenziell etwas besser als Kreuzheben in Puncto Sprint und Sprung ist, weiß ich nicht (sind ja beide eigtl gleich)

    • Wolfgang Unsöld - 15. September 2016 19:46

      Hallo Gordon,

      Kreuzheben ist ebenfalls ein Indikator für Sprungkraft und Sprintschnelligkeit, jedoch bei weitem nicht so zuverlässig wie die Kniebeuge, da ein deutlich geringeres Mass an muskulärer Balance notwendig ist.

      Technisch ist der Unterschied zwischen Kniebeugen und Kreuzheben groß, in punkto Knie- und Hüftwinkel sowie faszialer Spannung.

      W

  3. Gordon Becker - 15. September 2016 21:11

    Danke Wolfgang
    wieder was von dir gelernt 🙂
    Also die Königsübung / BESTE Übung beim Sprinten würdest du (High-Bar) Tiefenkniebeugen sagen ?

    • Wolfgang Unsöld - 17. September 2016 6:56

      Hallo Gordon,

      als Basis-Indikator für Kraft, Ja. Als spezifischeren Indikator für Beschleunigung ist es der Power Clean.

      W

  4. Jürgen Rössler - 16. September 2016 16:04

    Wahnsinn wie viel Wissen man auf dieser Webseite finden kann.
    Ganz großes Lob an Wolfgang.. die Seminare sind ebenfalls ein Muss an jeden !!

    Ich als Leichtathletiktrainer lerne hier in puncto Kraft noch einiges..
    Meiner Meinung sind Kniebeugen im Antritt und in Schnelligkeit die beste Übung, da hier aus den Beinen gearbeitet wird (Kreuzheben auch, aber nicht nur).. Verbesserungen meiner Meinung nehm ich gerne an

    • Wolfgang Unsöld - 17. September 2016 6:53

      Hallo Jürgen,

      Vielen Dank!

      Ja. Das ist einer der Hauptgründe warum ich Kniebeugen vorziehe.

      W

  5. thomas kannenberger - 16. September 2016 23:21

    Wahnsinn was man bei Wolfgang alles lernt..hier, in seinem Buch und in den Seminaren !!
    Als Leichtathletiktrainer kann ich nur sagen, dass er absolut recht hat, dass ´richtiges Krafttraining schneller macht !
    Was die beste Übung beim Sprinten ist und warum, das weiß ich auch nicht.. wird wohl auf Kniebeuge vs Kreuzheben hinauslaufen…
    Mit muskulärere Balance ist wahrscheinlich die Ausgeglichenheut zur vorderen Seite gemeint

    • Wolfgang Unsöld - 17. September 2016 6:53

      Hallo Thomas,

      Vielen Dank!

      Ja, die Ausgeglichenheit zwischen vorderer und hinterer Kette ist entscheidend. In den kommenden Wochen folgt ein Artikel „Kniebeugen vs. Kreuzheben – 3 Unterschiede“, der mehr im Detail auf die Unterschiede und Anwendung eingeht.

      W

  6. Hermann Wieland - 2. Dezember 2016 16:55

    Hallo Wolfgang,

    habe dein Buch gelesen und freue mich sehr auf die Fortsetzung !!
    Habe noch eine Frage, da du im Buch eine Korrelation zwischen Kniebeugen und der 30m Zeit besteht.
    Bis wann gilt diese Korrelation ?
    Und gilt diese Korrelation auch für Power cleans ?

    Danke im vorraus
    Hermann

    • Wolfgang Unsöld - 10. Dezember 2016 7:11

      Hallo Hermann,

      Vielen Dank!

      1. Bei Sprints hat Maximalkraft einen grossen Einfluss auf die Zeiten von 0-30m. Danach spielen Technik, Speed, etc eine größere Rolle.

      2. Power Cleans, insbesondere von Blocks, sind ein ausgezeichneter Indikator Lift für die Starts aus dem Block

      W

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