In der Welt des Kraft- und Leistungstrainings gibt es eine unangenehme Wahrheit, die oft übersehen wird:
Erfolg basiert auf Wiederholung.
Nicht auf spektakulären, maximalen Anstrengungen bei jedem Training, sondern auf der konsequenten Anwendung eines durchdachten Plans – selbst, wenn es sich teils eintönig anfühlt.
Die unangenehme Realität: Ein Drittel der Trainingseinheiten sind „monoton“
Bei einer optimalen Trainingsplanung lässt sich die Qualität der Einheiten grob in drei Kategorien einteilen:
Ein Drittel der Einheiten fühlt sich schlicht nach monotoner „Arbeit" an.
Du tauchst auf, bewegst das Gewicht, versuchst ein kleines bisschen mehr zu machen als beim letzten Mal – sei es eine Wiederholung oder eine Stufe mehr Gewicht.
Ein Drittel der Einheiten erfordert zusätzliche Motivation.
Diese Einheiten erfordern mehr mentale Vorbereitung man muss sich bewusst Zeit nehmen und sich darauf einstellen, ausserhalb der eigenen Komfortzone zu gehen.
Ein Drittel der Einheiten fühlt sich leicht an.
Fortschritt zeigt sich nicht nur in maximalen Anstrengungen, sondern auch in Trainingstagen, an denen das vorherige Arbeitsgewicht plötzlich mühelos erscheint.
Viele erwarten, dass jedes Training ein energiegeladenes Erlebnis ist, aber tatsächlich ist es oft einfach ein solides, routinemäßiges, monotones Abarbeiten.
Fortschritt durch Konsistenz, nicht durch Perfektion
Die besten Athleten und Trainer wissen:
Das entscheidende Training ist nicht das spektakuläre – sondern das, das regelmässig stattfindet.
Die Fähigkeit, auch an durchschnittlichen, monotonen Tagen einen kleinen Schritt nach vorne zu machen, trennt langfristig die Erfolgreichen von denen, die stagnieren.
Das bedeutet:
- Es ist wichtiger, regelmäßig zu erscheinen, als auf den „perfekten Moment“ zu warten.
- Kleine, inkrementelle Fortschritte schlagen unregelmäßige Maximalversuche und die gelegentlichen hochmotivierten Phase.
- Wer den Prozess akzeptiert, überholt langfristig diejenigen, die nur auf Highlights aus sind.
Warum Monotonie kein Zeichen von Stagnation ist
Viele fürchten sich vor der Routine, weil sie denken, dass gleichbleibende Abläufe Stagnation bedeuten.
Das Gegenteil ist der Fall:
- Die besten Trainingsprogramme basieren auf Prinzipien progressiver Überlastung – eine leichte Steigerung pro Einheit ist genau das, was langfristig zu massiven Ergebnissen führt.
- Mentale Ermüdung ist oft ein größeres Problem als physische – viele verlieren nicht den Fortschritt, sondern die Motivation, weil sie nicht akzeptieren, dass Fortschritt oft unspektakulär ist.
Der Mythos, dass jedes Training bahnbrechend sein muss, führt dazu, dass viele aufhören, wenn es sich „gewöhnlich“ anfühlt – obwohl genau das der Moment ist, in dem sie die meiste Substanz aufbauen.
Planung für langfristigen Erfolg: Training muss strukturiert und realistisch sein
Anstatt jeden Tag nach maximaler Leistungsfähigkeit zu streben, ist es sinnvoller, die eigene Trainingsplanung so zu gestalten, dass sie den natürlichen Schwankungen von Energielevel, Motivation und Erholung Rechnung trägt. Das bedeutet:
- Zyklen müssen bewusst Volumen und Intensität variieren.
- Ein fester Plan für Basisübungen, der so lange wie möglich leicht steigerbar bleibt.
- Platz für Variabilität, um mentale Erschöpfung zu vermeiden.
Wer langfristig trainieren will, braucht eine Strategie, die nicht nur für die besten Tage funktioniert, sondern auch für die durchschnittlichen.
Fazit
Jeder will das Training, das sich großartig anfühlt.
Die Wahrheit ist jedoch:
Viele Workouts fühlen sich nicht spektakulär sondern monoton an– und genau das ist der Schlüssel zum Erfolg.
Wer es schafft, auch an den „monotonen Tagen“ abzuliefern, wird langfristig wachsen – in Kraft, Muskel, Fettabbau, Wohlbefinden, Leistung und Disziplin.
So sind die langweiligen Workouts schlussendlich die Wichtigsten.
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